In der Nacht zu Mittwoch (deutscher Zeit) hält Donald Trump seine erste Rede zur Lage der Nation in seiner zweiten Amtszeit. Zu erwarten ist eine Mischung aus Angriffen auf echte und vermeintliche Gegner und einer gehörigen Portion Selbstbeweihräucherung. Der US-Präsident pflegt bekanntlich eine lockere Beziehung zur Realität, wenn es um seine eigenen Leistungen und Errungenschaften geht.
Da dürfte es dem Republikaner wenig gelegen kommen, dass kurz vor der wichtigen Rede gleich zwei große Umfragen ein eher düsteres Bild von der Zufriedenheit in der US-Bevölkerung umreißen.
Die erste stammt von NPR/PBS News/Marist , unter anderem berichtet der britische »Guardian« darüber . Laut der Umfrage, die vom 27. bis zum 30. Januar durchgeführt wurde, sind 55 Prozent der 1462 Befragten der Meinung, dass Trump das Land zum Schlechten verändert. Das sind 13 Prozentpunkte mehr als bei einer Umfrage zum selben Zeitpunkt in Trumps erster Amtszeit.
Auch das Vertrauen in den Staatsapparat hat gelitten. 68 Prozent der Befragten gaben an, dass die sogenannten Checks and Balances (wechselseitige Kontrollrechte von Legislative, Exekutive und Judikative) nicht funktionieren. Das sind zwölf Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr.
Den Zustand der Nation bezeichneten 57 Prozent der Befragten als schwach oder sogar sehr schwach.
In einer weiteren Umfrage hat der US-Sender CNN nach den Zustimmungswerten für Trump gefragt . Dafür wurden 2496 US-Bürgerinnen und Bürger befragt.
Dabei gaben nur 32 Prozent der Befragten an, dass Trump die richtigen Prioritäten setzt – 68 Prozent gauben, dass er sich nicht genug auf die drängenden Probleme konzentriert. Laut CNN ist das Trumps schlechtester Wert überhaupt, in beiden Amtszeiten.
Die generelle Zustimmung für Trumps Leistung im Weißen Haus lag bei 36 Prozent (minus zwölf Prozentpunkte im Vergleich zu Februar 2025). Besonders große Verluste musste er bei Latinos (minus 19 Prozentpunkte) und Menschen unter 45 Jahren (ebenfalls minus 19 Prozentpunkte) hinnehmen.
Sogar in der republikanischen Stammwählerschaft gab es einen Einbruch, wenn auch nicht so dramatisch. Hier waren es minus acht Prozentpunkte im Vergleich zum Februar 2025.
Für Trump sind diese Werte alarmierend, immerhin sind es nur noch etwas mehr als acht Monate bis zu den Midterms. Der Präsident steht dabei zwar nicht selbst zur Wahl, trotzdem ist die Wahl zur Hälfte seiner Amtszeit ein wichtiges Zwischenzeugnis. Dabei werden viele Sitze im Kongress neu vergeben. Trumps Partei fürchtet angesichts der schlechten Umfragen und des Dauerchaos im Weißen Haus einen empfindlichen Machtverlust.

vor 2 Stunden
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