Der Schutz digitaler Infrastrukturen steht vor immer größeren Herausforderungen. Die Gesellschaft für Informatik (GI) hat nun ein Weißbuch zur Reform des Computerstrafrechts vorgelegt. Darin fordert sie die Bundesregierung auf, ethische Hacker endlich wirksam vor Strafverfolgung zu schützen. In Taiwan hat der Zoll die illegale Ausfuhr von hochwertigen KI-Servern gestoppt. Nun erhoben die Behörden Anklage gegen neun Tatbeteiligte, darunter Mitarbeiter von Nvidia und Super Micro Computer. Und der chinesische Onlinehändler AliExpress trackt Nutzer durch nicht hörbares Audio-Fingerprinting – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
Datenleaks und Schwachstellen-Exploits gehören längst zu unserem Alltag. Der Einsatz künstlicher Intelligenz beschleunigt das Auffinden und Ausnutzen von IT-Sicherheitslücken im großen Stil und macht den Schutz digitaler Infrastruktur zu einer immer wichtigeren Aufgabe. Doch wer versucht, solche Bugs im Sinne des Gemeinwohls aufzudecken und den Betroffenen zu melden, muss in Deutschland nach wie vor mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen. Zusammen mit Partnern aus Industrie, Cybersicherheitsforschung und digitalpolitischen NGOs hat die Gesellschaft für Informatik (GI) ein Weißbuch zur Reform des Computerstrafrechts verfasst. Eine Kernforderung: Die Bundesregierung soll ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag einlösen und endlich Rechtssicherheit für die Sicherheitsforschung zu schaffen. Kriminalisierung: Informatiker verlangen Freipass für IT-Sicherheitsforscher
Im mit immer mehr Ellbogeneinsatz ausgetragenen KI-Wettlauf versuchen die Vereinigten Staaten seit geraumer Zeit, China von US-Technologie abzuschneiden. Bereits unter Präsident Joe Biden erließ die US-Regierung weitreichende Exportbeschränkungen für besonders schnelle KI-Chips von US-Chipherstellern wie Nvidia nach China. Die Trump-Administration hat die Exportkontrollen seitdem weiter verschärft. Im März sind in den USA zwei hochrangige Manager des US-Computerherstellers Super Micro Computer und ein weiterer Verdächtiger angeklagt worden, weil sie illegalerweise Nvidia-Chips nach China verkauft haben sollen. Nun müssen sich in Taiwan neun Personen wegen ähnlicher Vorwürfe vor Gericht verantworten. Sie sollen Endnutzer-Bescheinigungen gefälscht haben, um Ausfuhrkontrollen zu umgehen. Taiwan: Anklage wegen illegaler Ausfuhr von KI-Servern nach China
Aufgeflogen ist der Fall verdeckten Trackings durch einen Zufall: Ein Entwickler stellte Probleme mit seinen Multipoint-Bluetooth-Kopfhörern fest, wenn bei ihm ein Tab des chinesischen Onlinehändlers AliExpress geöffnet war. Die Kopfhörer wechselten dann nicht mehr korrekt zwischen Computer und Smartphone. Sobald der AliExpress-Tab geschlossen wurde, verschwand das Problem. Bei der Analyse des Quellcodes stieß der betroffene Entwickler auf Skripte, die über die Web Audio API Audio-Processing-Graphen aufbauen. AliExpress hat offenbar seine Kunden getrackt, ohne dass sie es merken. AliExpress trackt Nutzer via unhörbarem Audio-Fingerprinting
Das Linux-Handheld Mecha Comet ist mit 155 x 73 x 14 mm und 215 Gramm Gewicht etwas dicker und schwerer als ein gewöhnliches Smartphone. Das modulare Konzept des Gerätes ermöglicht Benutzern, Funktionen über externe Hardware hinzuzufügen. Dazu gehören mehrere magnetisch andockbare Erweiterungen, die auf offen zugänglicher Hardware basieren. Je nach Lust und Laune kann der Comet als mobile Spielkonsole oder KI-Assistent genutzt werden – und alles Open Source. In einer Crowdfunding-Aktion hat der Hersteller nun sein ursprüngliches Finanzierungsziel von 50.000 US-Dollar um ein Vielfaches übertroffen und will schon bald mit der Auslieferung der Geräte beginnen. Zielmarke übertroffen: Mehr als eine Million Euro für Linux-Handheld Mecha Comet
Seit Ende 2025 verhandelt die EU-Kommission im Auftrag der Mitgliedstaaten der Europäischen Union mit Washington über ein Abkommen für eine sogenannte Enhanced Border Security Partnership (EBSP). Dabei geht es um den Austausch personenbezogener Daten inklusive biometrischer Merkmale bei Grenzkontrollen und Visaverfahren. Laut einem von einer Bürgerrechtsorganisation geleakten Papier vom 23. Juni gewährt die EU den US-Sicherheitsbehörden demnach tiefgreifende Überwachungsbefugnisse für die Beibehaltung des Visa-Waiver-Programms. Das sorgte für viel Kritik. Trotz Überarbeitung des bislang geheimen Dokuments drohen beim Datenaustausch mit den USA weiterhin Grundrechtsverstöße und diskriminierendes Profiling, wie ein internes Verhandlungsdokument enthüllt. EU-US-Datenabkommen: Nur kosmetische Korrekturen an umstrittenem Biometrie-Pakt
Auch noch wichtig:
- Der elektrische Kleinlaster des mexikanischen Herstellers Olinia soll Ende 2027 auf den Markt kommen und für Familien erschwinglich sein. Eine Herausforderung stellt die Batteriefertigung dar. Olinia 2: Mexiko stellt E-Lastfahrzeug aus heimischer Produktion vor
- Disney+ streamt nach mehreren Gerichtsniederlagen mit dem Codec VP9 in 4K. InterDigital hält auch das für eine Patentverletzung und hat erneut geklagt. Patentstreit um Disney+: InterDigital klagt jetzt auch gegen VP9
- Die Verkaufszahlen von Desktop-Prozessoren sind im zweiten Quartal eingebrochen. Notebooks geht es überraschend gut. Desktop-CPU-Lieferungen „lassen sich am besten als miserabel beschreiben“
- Im Pazifik heizt sich der Ozean immer weiter auf, inzwischen gilt es als wahrscheinlich, dass der El Niño so stark wird wie nie seit Beginn der Aufzeichnungen. Stärkster El Niño jetzt wahrscheinlich: Folgen für Europa vor allem indirekt
- Das Verwaltungsgericht Düsseldorf hat entschieden: Reine IP-Adressen und Zeitstempel reichen nicht aus, um ein gültiges Double-Opt-In-Verfahren nachzuweisen. IP-Protokollierung genügt nicht: Gericht fordert E-Mail-Nachweis bei Werbemails
- Der 150-Kilowatt-Satellit SpaceXAI AI1 bringt eine angepasste Version des KI-Systems Nvidia Vera Rubin NVL72 ins All und speist es mit Solarstrom. Auf dem Weg zu KI-Rechenzentren im All: SpaceXAI zeigt „Starmind“
- Das Steuermodell des US-Konzerns Apple in Europa musste nach einem EU-Verfahren geändert werden. Nun ist klar, wie massiv Irland davon profitiert. Irland: So viel Geld bekommt die Republik nach Apples EU-Niederlage
- Autobauer Hyundai gibt einen Ausblick auf den Tucson 2027. Das SUV wächst deutlich in der Länge und erhält ein radikal anderes Design – innen wie außen. Hyundai Tucson 2027 vorgestellt: Wachstum und Kante
- Seit dem 18. August landet geleaktes Gameplay aus „GTA 6“ im Netz. Der Publisher Take-Two Interactive will über vier DMCA-Anträge an die Identität des Leakers kommen. Take-Two macht Jagd auf den „GTA 6“-Leaker
- Die nächste Z-CPU-Generation lernt ARM-Instruktionen. Die Kernanzahl steigt von acht auf elf und auch mehr Takt gibt es. IBM-Mainframes: Der nächste Z-Prozessor kann auch ARM
- Ein Bericht zitiert Mitarbeiter bei Apple zum ersten faltbaren iPhone: Das Gerät soll robust sein und auf Touch ID setzen. Faltbares iPhone: Bericht zitiert zufriedene Apple-Mitarbeiter
- Der Windows Defender Boot-Time Removal-Treiber öffnet Angreifern weitreichende Möglichkeiten, Systeme zu kompromittieren. Windows-Defender-Treiber hebelt Windows-Sicherheitsmechanismen aus
(akn)












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