Dax-Sentiment: „Die Party ist vorbei“: Anleger stellen sich zum Sommerende auf eine Konsolidierung ein

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Das ist eine Konsolidierung auf hohem Niveau: Vom Rekordhoch ist der Dax aktuell weniger als zwei Prozent entfernt. Doch die leichte Bewegung hat schon gereicht, um die Anlegerstimmung einbrechen zu lassen. Das zeigt das Ergebnis der aktuellen Handelsblatt-Umfrage Dax-Sentiment.

Dafür werden jeden Freitagmorgen bis Samstagabend mehr als 10.000 Privatanlegerinnen und -anleger nach ihrer aktuellen Markteinschätzung gefragt. Die Antworten wertet Stephan Heibel, Geschäftsführer des Analysehauses AnimusX, aus und ergänzt sie um weitere Indikatoren.

„Auf die Partylaune der vergangenen Wochen folgt nun die Ernüchterung. Die Party ist vorbei“, kommentiert Heibel die Entwicklung.

Dadurch macht sich auch Verunsicherung unter den Anlegern breit. Der dazugehörige Wert fällt auf minus 1,3 Punkte nach plus 1,9 Zählern in der Vorwoche.

Verunsicherung steigt – aber die Erwartungen ebenfalls

Die Verunsicherung wird gemessen, indem die Befragten angeben, ob sich ihre Erwartungen in der vergangenen Woche erfüllt haben. Trifft dies zu, spricht Heibel von Selbstzufriedenheit, wurden die Erwartungen dagegen enttäuscht, spricht der Sentiment-Experte von Verunsicherung.

Die Zukunftserwartungen sind dagegen gestiegen: von 0,6 auf 1,7 Punkte. Gemessen werden sie, indem die Umfrageteilnehmer angeben, welche Marktphase sie in drei Monaten erwarten.

Dass die Zukunftserwartungen mit fallenden Kursen steigen, ist bei der Sentiment-Umfrage nicht ungewöhnlich. Denn mit der Kursentwicklung wurde ein Teil der negativen Erwartungen bereits erfüllt, sodass es dieselben Aktien nun zu einem günstigeren Preis gibt.

Auch die Investitionsbereitschaft nimmt zu. In der Vorwoche lag sie bei 1,0 Punkten, nun sind es 1,6 Zähler. Das ist der höchste Wert seit Anfang Juli.

„Am liebsten hätte man die Rally aus dem Sommer ohne Unterbrechung in die saisonal starke Herbstphase, die ab Oktober/November zu erwarten ist, getragen“, sagt Heibel. Doch das scheine mit dem aktuellen Rücksetzer vorerst vereitelt worden zu sein, interpretiert der Analyst das Ergebnis.

Das hängt auch damit zusammen, dass die Berichtsaison einen moderaten Effekt auf die Aktienkurse hatte. Zwar fiel die deutliche Mehrheit der Quartalszahlen besser aus als erwartet, doch selbst die positiven Überraschungen waren in vielen Fällen bereits eingepreist. „Nun folgt erst einmal Ernüchterung“, sagt Heibel.

Historisch betrachtet sind vor allem der August und September schwache Börsenmonate. Mit dem Oktober startet dann typischerweise eine starke saisonale Phase. „Bis dahin könnte es ungemütlich werden“, sagt Heibel.

Anleger blicken durch unsichere Phase hindurch

Der Analyst verweist auf die hohen Energiepreise, die Diskussionen um die hohen KI-Investitionen der Tech-Konzerne und die Aussicht auf steigende Zinsen. „Ein solcher Ausblick belastet natürlich die Wirtschaft und insbesondere die Wachstumsunternehmen, die ihr Wachstum mit teuren Investitionskrediten finanzieren“, sagt er.

Das steigende Kaufinteresse ist zudem ein Zeichen, dass Anleger zwischenzeitliche Kursrücksetzer als Kaufgelegenheit nutzen wollen. Die Nachfrage federe Kursverluste ab, sagt er.

Am Terminmarkt haben Anleger in der vergangenen Woche dagegen tendenziell auf steigende Kurse gesetzt, wie Daten der Börse Stuttgart zeigen. Diese Investments dürften nun in der Verlustzone liegen. Werden sie aufgelöst, um die Verluste zu begrenzen, könnte das eine Abwärtsbewegung beim Dax verstärken.

Demgegenüber stehen allerdings verstärkte Absicherungskäufe von institutionellen Investoren, die an der europäischen Terminbörse Eurex handeln. Werden die Absicherungen bei fallenden Kursen eingelöst, bremst das die Abwärtsbewegung.

Heibels Fazit lautet daher: „Sowohl Privatanleger als auch die Profis haben die Kursschwankungen der abgelaufenen Woche genutzt, um ihre jeweiligen Portfolios zu bereinigen.“ Daher würden weder Bewegungen in die eine noch in die andere Richtung durch die Anlegerstimmung verstärkt.

AnimusX-Chef Heibel: Seit 2014 wertet der Analyst die Handelsblatt-Umfrage aus. Foto: Matthias Martin, Berlin

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Sein Rat an Anleger lautet: „Neutral positionierte Anleger warten einfach ab, was als Nächstes passiert.“

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