In China hat ein Gericht entschieden, dass Angestellte nicht entlassen werden dürfen, weil KI-Technik ihre Arbeit übernimmt. Das berichtet Bloomberg unter Berufung auf ein Urteil aus der ostchinesischen Metropole Hangzhou. Im konkreten Fall ging es demnach um einen Qualitätssicherungsexperten bei einem Technologieunternehmen, der dafür zuständig war, die Ergebnisse großer Sprachmodelle auf Genauigkeit zu überprüfen. Als ein KI-System seine Aufgaben auch übernommen habe, sollte er herabgestuft und sein Gehalt um 40 Prozent gekürzt werden. Das habe er aber nicht akzeptieren wollen, woraufhin er entlassen wurde. Danach ist er vor Gericht gezogen und hatte dort Erfolg.
KI keine zugelassene Begründung für Kündigung
Die vom Unternehmen vorgebrachten Kündigungsgründe würden nicht unter jene negativen Umstände fallen, die es erlauben, die Unmöglichkeit der Fortführung eines Arbeitsvertrags zu erklären, zitiert Bloomberg. Darunter fallen demnach beispielsweise ein allgemeiner Personalabbau oder betriebliche Schwierigkeiten. Allein wegen des technologischen Fortschritts könnten Unternehmen aber nicht einseitig Angestellte entlassen oder Löhne kürzen. In dem Urteil wird sich demnach auch auf die Entscheidung eines anderen Gerichts berufen, das diese Standards bereits im Dezember festgelegt und die Rechte von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern damit gestärkt hatte.
Der Finanznachrichtendienst setzt das Urteil jetzt auch in einen größeren Zusammenhang und erklärt, dass Behörden in der Volksrepublik aktuell versuchen würden, die Stabilisierung des Arbeitsmarkts mit dem KI-Wettlauf in Einklang zu bringen. China gehört zu den Vorreitern bei der Übernahme von KI-Technik. Zuletzt gab es sogar Warnungen, dass die Menschen beim Einsatz des mächtigen KI-Bots OpenClaw viel zu leichtfertig seien. Befürchtungen, dass der KI-Hype dramatische Folgen für den Arbeitsmarkt haben könnte, wurden vor allem an dessen Anfang besonders laut geäußert. Zuletzt war es darum aber etwas ruhiger geworden.
(mho)










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