Blick ins Triebwerk: # 69 Click Boom Flash – Boroskopie

vor 2 Tage 1

Dieses Gespräch und weitere Interviews mit Persönlichkeiten aus der Fotowelt hören Sie in unserem Foto-Podcast Click Boom Flash. Jeden zweiten Sonntag neu und auf allen gängigen Podcast-Plattformen.

Wenn Passagiere aus dem Flugzeugfenster aufs Triebwerk schauen, sehen sie nur die großen Schaufeln vorne. Was sich dahinter verbirgt, bleibt verpackt. Genau dort im Verborgenen beginnt die Arbeit von Maik Barnier. Mit einer Kamerasonde dringt er durch winzige vorgegebene Öffnungen ins Innere. Er sucht nach Rissen, Beulen und Einschlägen, die teils nur Zehntel-Millimeter groß sind. Schon kleinste Schäden entscheiden darüber, ob eine Maschine abheben darf oder am Boden bleibt.

Die häufigsten Verursacher solcher Schäden sind Vögel, die ins Triebwerk gesaugt werden. Bereits eine Möwe richtet dabei deutlichen Schaden an. Auch Steinchen von der Landebahn hinterlassen Spuren und gelegentlich erwischt es sogar Tiere wie Hasen. Jeder Einschlag wird dokumentiert, bewertet und nach strengen Herstellervorgaben eingestuft.

Um einen Blick ins Innere eines Triebwerks zu werfen, nutzen Techniker Boroskope.

(Bild: Maik Bannier)

Die Technik entwickelt sich rasant weiter: Schon heute erlauben 3D-Optiken es, Schäden auf dem Bildschirm zu drehen und von allen Seiten zu betrachten. Flexible Sonden werden komplett durch das Triebwerk geschlängelt und lassen sich bis zu 180 Grad abwinkeln. KI-Unterstützung befindet sich in der Erprobung, doch Barnier ist überzeugt: Sie wird die Zukunft der Inspektion prägen.

Warum die meisten Flugzeugabstürze nichts mit dem Triebwerk zu tun haben, ob ein Flugzeug mit einer defekten Turbine noch landen kann und welche Kräfte beim Start auf die filigranen Bauteile wirken – das erzählt Maik Barnier in dieser Folge.

Jeden zweiten Sonntag um 9 Uhr erscheint eine neue Folge von Click Boom Flash, dem Podcast des Magazins c't Fotografie. Sie finden ihn in allen großen Podcast-Verzeichnissen. Hören Sie jetzt rein, mit Apple Podcasts, Spotify, Amazon Music oder als in der Podcast-App Ihrer Wahl.

(hoh)

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