Banksy: Bauarbeiter aus London wehrt sich gegen Behauptung, er sei der Künstler

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»Ich bin es nicht« Bauarbeiter aus London wehrt sich gegen Unterstellungen, er sei Banksy

So schnell kann es gehen: Weil ein Londoner Bauarbeiter am falschen Ort fotografiert wurde, wird er jetzt die Behauptung nicht los, er sei der Street-Art-Künstler Banksy. In Interviews wehrt er sich nun.

20.03.2026, 13.21 Uhr

 Um ein neues Werk von Banksy wird eine Absperrung errichtet
 Um ein neues Werk von Banksy wird eine Absperrung errichtet

März 2024: Um ein neues Werk von Banksy wird eine Absperrung errichtet

Foto: Aaron Chown / dpa

Steckt hinter dem vielleicht größten Identitätsrätsel der Kunstgeschichte ein britischer Bauarbeiter? Das ließen zuletzt zumindest Bilder vermuten: Medien und Onlineportale zeigten jüngst Fotos, auf denen angeblich der (un)bekannte Street-Art-Künstler Banksy zu sehen sein sollte. Doch der abgebildete Mann sagt von sich selbst, er sei nicht Banksy. »Ich bin es nicht«, stellt der Mann, ein Bauarbeiter aus London, gegenüber der britischen Zeitung »Daily Mail « klar.

Der Mann rückte in den Fotos der Öffentlichkeit, nachdem vergangene Woche die Nachrichtenagentur Reuters behauptet hatte, die Identität von Banksy, der jahrelang mehr oder weniger unerkannt Straßenkunst machte, enthüllt zu haben. Dokumenten zufolge soll es sich um den Briten Robin Gunningham handeln, der mittlerweile seinen Namen geändert hat. Banksys Anwalt bestätigte oder dementierte die Identität des Künstlers nicht.

Kurz darauf tauchten vielerorts Bilder auf, die Banksy zeigen sollten, unter anderem in der »New York Post«, der »Sun« und bei »LADbible«. Darauf war ein grauhaariger Mann mit Brille und Bart zu sehen. Einige Fotos zeigten ihn hinter einem Gitterzaun, offenbar auf einer Baustelle.

»Am ersten Tag war es noch lustig«

Doch die abgebildete Person ist nicht Banksy: »Es ist wirklich ärgerlich, lächerlich und verstörend. Am ersten Tag war es noch lustig, mittlerweile nicht mehr«, wurde der Mann in der »Daily Mail« zitiert. Er war 2024 zum ersten Mal fotografiert worden – und das vor einem Haus, an dessen Fassade kurz zuvor ein Banksy-Kunstwerk aufgetaucht war.

Plexiglasscheibe vor Banksy-Gemälde

Plexiglasscheibe vor Banksy-Gemälde

Foto: Leon Neal / Getty Images

Da zuvor bereits angebliche Bilder von Banksy kursierten und der Bauarbeiter diesen sehr ähnlich sah, schossen schon damals die Spekulationen ins Kraut. Er sei jedoch nur dort gewesen, um eine Plexiglas-Abdeckung über der voll gemalten Hauswand anzubringen, so der Mann. Das Gebäude soll seinen Söhnen gehören.

In einem Interview mit Reuters sagte der »falsche« Banksy nun, er habe zuletzt bis zu 30 Anrufe pro Woche mit Anfragen zu seiner Identität erhalten. Die Aufmerksamkeit sei ihm mittlerweile »zu viel« geworden.

Der »falsche« Banksy malt nicht gern

Gegenüber der »Daily Mail« ergänzte er in Richtung der Menschen, die ihn für Banksy halten: »Werdet erwachsen. Kümmert euch um euer eigenes Leben.« Banksy sei »gut genug ausgestattet, um dort nicht Bauarbeiten verrichten zu müssen.« Er komme, erledige seine Arbeit »und verschwindet dann spurlos. Deshalb weiß niemand, wer er ist.«

Auf die Frage, ob er auch die Ähnlichkeiten zwischen sich und dem Banksy-Foto aus dem Jahr 2008 sehe, antwortete er demnach weiter: »Nicht wirklich! Das einzig Positive ist, dass sie denken, ich sähe aus wie 51.« Der Mann gibt selbst an, 69 zu sein – und dass er selbst nicht gern malt: »Wenn es etwas zu streichen gibt, lasse ich das von anderen erledigen.«

Hat ein Künstler ein Recht auf Anonymität? Street-Art-Legende Banksy sieht das wohl so. Dass er nicht erkannt werden möchte, hat sicher auch mit einer großen Portion Eitelkeit zu tun, schreibt SPIEGEL-Redakteurin Ulrike Knöfel. Ihre Einordnung lesen Sie hier. 

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