Bahn baut Europaverkehr aus: Mit dem Zug schnell nach Skandinavien, Belgien und Frankreich

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Immer mehr Menschen nutzen die Bahn, auch wegen steigender Spritpreise. 25 Millionen Fahrgäste reisten im vergangenen Jahr grenzüberschreitend mit dem Fernverkehr der Bahn – 30 Prozent mehr als 2019, sagte Michael Peterson, Fernverkehrsvorstand der Deutschen Bahn, am Freitag. »Der internationale Verkehr mit der Bahn ist für viele Menschen attraktiver geworden«, sagte Peterson. »Sie schätzen, dass die Züge bei Fernreisen direkt in die Innenstädte fahren, während man bei Flugreisen oft weit außerhalb der Zentren landet.« Außerdem sei die Toleranz für die Dauer von Fernreisen per Bahn deutlich gestiegen. »Vor Corona lag sie noch bei vier bis fünf Stunden, heute sind es sechs bis acht Stunden.«

  • Ab Mitte Juni wird die Direktverbindung Kopenhagen–Prag über Hamburg und Berlin auf zwei tägliche Zugpaare verdoppelt.

  • Von Juni bis Ende August fahren ICE-Züge zwischen Köln und Brüssel an Wochenenden weiter bis Gent, Brügge und an die belgische Küste.

  • Im Sommer gibt es samstags eine Direktverbindung Frankfurt–Bordeaux.

  • Ab September sollen vier tägliche ICEs zwischen Köln und Antwerpen rollen – erstmals mit Halt am Flughafen Brüssel.

  • Für 2027 plant die Bahn gemeinsam mit Trenitalia und den Österreichischen Bundesbahnen eine Direktverbindung München–Mailand–Rom.

  • Auch auf der Strecke Berlin–Paris könnte nachgelegt werden. Wegen hoher Nachfrage prüft die Bahn ein zweites tägliches Zugpaar, gemeinsam mit der SNCF. Die Fahrt dauert derzeit rund acht Stunden.

Deutschland-London-Connection bleibt kompliziert

Komplizierter bleibt eine Direktverbindung nach London. Technisch möglich wäre sie – doch weil Großbritannien nicht zum Schengenraum gehört, bräuchte es eigene Sicherheitsterminals. Eine Taskforce mit Eurostar arbeitet laut Peterson daran: »Für eine Direktverbindung zwischen London und Deutschland braucht es aber noch einige Jahre.«

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