Ein massiver Ausbau der Offshore-Windanlagen in Nord- und Ostsee könnte die regionale Niederschlagsverteilung beeinflussen und dafür sorgen, dass es in den Küstenregionen weniger regnet. Das ist das Ergebnis einer jetzt vorgestellten Studie des Helmholtz-Zentrums Hereon, deren Ausbauannahme aber explizit über die derzeitigen Pläne der Europäischen Union hinausgeht. Die Arbeit hat ergeben, dass sich die Veränderung der Niederschlagsverteilung einstellen kann, wenn auf allen für eine mögliche Offshore-Windenergienutzung ausgewiesenen Flächen ein maximaler Ausbau stattfinden würde. Das ist aktuell unwahrscheinlich. Die Forschenden hätten mit ihrer Arbeit trotzdem mögliche Klimaeffekte deutlich sichtbarer und deren Größenordnung abschätzbar machen wollen.
Rückgang um bis zu 15 Prozent
Räumliche Verteilung von Windparks im Jahr 2023 (rot), voraussichtlich 2030 (dunkelblau) und maximal 2050 (grau)
(Bild: Hereon/Naveed Akhtar)
Herausgefunden hat das Forschungsteam, dass die Niederschläge unter diesen maximalistischen Annahmen über den Windparkgebieten zunehmen könnten, während die angrenzenden Küstengebiete weniger Niederschlag abbekommen würden. Das würde geschehen, „weil Windkraftanlagen dem Wind einen Teil seiner Bewegungsenergie entziehen und gleichzeitig die Luftströmungen verwirbeln“. Durch die starken Unterschiede der Luftbewegung hinter den Anlagen würde der Austausch zwischen den Luftschichten verstärkt, wodurch feuchte Luft aufsteigen, abkühlen und kondensieren würde: „Für Teile Dänemarks, Deutschlands, der Niederlande und Großbritanniens ergeben die Simulationen Rückgänge der Küstenniederschläge von bis zu 15 Prozent.“
Die Simulationen beruhen auf Annahmen zum Ausbau, „die deutlich über den diskutierten Ausbauzielen von 300 GW bis 2050 liegt“, erklärt die Forschungsgruppe. Offshore-Windparks seien ein wichtiger Baustein für die Energiewende, versichern die Forschenden. Ziel der Arbeit sei es, die nachhaltige Planung des Ausbaus zu unterstützen und mit Anforderungen des Klima-, Umwelt- und Küstenschutzes in Einklang zu bringen, schreibt Erstautor Naveed Akhtar. Ermitteln will seine Gruppe nun auch, ob und wie sich Turbinendichte, Parkgröße und räumliche Verteilung auf das regionale Klima auswirken könnten. Die Arbeit zum Niederschlag wurde im Fachmagazin „Communications Earth & Environment“ veröffentlicht.
(mho)












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