Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif stellt ein Abkommen zur Beendigung des Kriegs noch am Sonntag in Aussicht. Der Iran will sich auf einen Termin nicht festlegen.
Quelle: DIE ZEIT, dpa, Reuters, AFP, wh Aktualisiert am 13. Juni 2026, 15:24 Uhr
Die USA und der Iran könnten sich nach Angaben des Vermittlers Pakistan schon bis diesen Sonntag auf ein Friedensabkommen einigen. »Wir sind näher an einem Friedensabkommen als jemals zuvor«, teilte der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif auf X mit. Mit dem Abschluss werde »in den nächsten 24 Stunden« gerechnet. Pakistan bereite sich auf die elektronische Unterzeichnung des Friedensabkommens vor, schrieb Sharif weiter. Danach seien technische Gespräche auf Fachebene für die kommende Woche geplant.
Nach Wochen stockender Verhandlungen war zuletzt eine Einigung näher gerückt. Bereits am Freitag hatte Sharif erklärt, »dass ein endgültiger, einvernehmlich abgestimmter Text des Friedensabkommens vorliegt«. Beide Kriegsparteien signalisierten, dass ein Ende der Kämpfe nahe sei. Einem hochrangigen US-Regierungsvertreter zufolge haben sich Washington und Teheran auf einen Text verständigt.
Irans Außenminister will sich auf keinen Termin festlegen
Auch Irans Außenminister Abbas Araghtschi erklärte mit Blick auf die pakistanische Hauptstadt: »Die Islamabad-Absichtserklärung war noch nie näher«. Ein US-Regierungsvertreter äußerte sich ebenfalls zuversichtlich. »Wir gehen davon aus, dass wir dieses Abkommen in den nächsten Tagen unterzeichnen werden«, sagte er in einem Telefonat mit Journalisten.
Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, dämpfte indes am Samstag die Erwartungen: Man könne zwar nicht ausschließen, dass das Islamabad-Memorandum in den kommenden Tagen unterzeichnet werde, man müsse jedoch hinsichtlich jeglicher Äußerungen zum Unterzeichnungstermin zurückhaltend bleiben.
Das geplante Abkommen sieht demnach die Wiedereröffnung der Straße von Hormus und die Aufhebung der US-Seeblockade iranischer Häfen vor. Im Gegenzug würden die USA eingefrorene iranische Vermögenswerte freigeben und Ölsanktionen aussetzen. Fragen zum iranischen Atomprogramm sollen in einer anschließenden 60-tägigen Verhandlungsphase geklärt werden – wobei die USA auf einer vollständigen Demontage und der Zerstörung von hochangereichertem Uran bestehen, während der Iran das Material in verdünnter Form behalten will.
Ob mit dem Abkommen auch die Streitfrage Libanon gelöst würde, blieb zunächst offen. Der Iran hat gefordert, dass Israel seine Offensive gegen die mit dem Iran verbündete Hisbollah-Miliz beendet. Israel ist allerdings an den amerikanisch-iranischen Verhandlungen nicht direkt beteiligt.
Der Krieg begann am 28. Februar mit gemeinsamen Angriffen der USA und Israels auf den Iran. Dabei wurde auch Revolutionsführer Ali Chamenei getötet. Erklärtes Ziel war es, den Iran am Erwerb von Atomwaffen zu hindern. Der Iran reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen auf US-Stützpunkte in der Region. Der Konflikt hat Tausende Menschenleben gefordert, vor allem im Iran und im Libanon, und die globalen Energiepreise stark steigen lassen. Noch an diesem Samstag schoss das US-Militär nach eigenen Angaben iranische Drohnen über der Straße von Hormus ab.

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